Gewerkschaften erläutern Anerkennungstarifvertrag

Die RRG-Verhandlungskommission nach der sechsten Gesprächsrunde in Leverkusen.

Zur sechsten Verhandlungsrunde in der Tarifauseinandersetzung der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) hat sich heute die Verhandlungskommission der Gewerkschaften ver.di und DJV NRW mit der Arbeitgeberseite im „Erholungshaus“ in Leverkusen getroffen. Gesprächsinhalt war der von den Gewerkschaften vorgelegte Entwurf eines Anerkennungstarifvertrags.

Zu Beginn der Gespräche wiederholte die RRG-Geschäftsführung ihre in den vergangenen fünf Verhandlungsrunden sowie bei mehreren Betriebsversammlungen und Redaktionsbesuchen ausführlich dargestellte Position, dass eine Anerkennung der für die beiden Berufsgruppen geltenden Flächentarifverträge die Mutterhäuser – DuMont-Mediengruppe und Heinen-Verlag – finanziell überfordere.

Die Gewerkschaftsvertreter verwiesen erneut auf ihre Berechnungen, wonach die Wiedereinführung der Flächentarifverträge in der RGG nicht zu steigenden Personalkosten führen werde. Vielmehr würden diese in den kommenden zehn Jahren spürbar sinken, wenn viele ältere Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand gingen und durch junge Nachwuchskräfte mit niedrigeren Tarifgehältern ersetzt würden.

Die Geschäftsführung bestätigte grundsätzlich diese Prognose der Arbeitnehmervertreter. Allerdings sei das von der DuMont Mediengruppe und dem Heinen-Verlag im März 2014 angestrebte Ziel der „Kostenersparnis von ca. 4 Millionen Euro jährlich“ noch nicht vollständig erreicht. Volkmar Kah, DJV-Landesgeschäftsführer: „Die etwa 100 Beschäftigten der kleinen RRG tragen mit ihrer engagierten Arbeit und Einsparungen von etwa drei Millionen Euro jährlich schon jetzt zum wirtschaftlichen Erfolg der Mutterhäuser überproportional bei.“

Die Gewerkschaften haben in der heutigen Verhandlung versucht, der Geschäftsführung deutlich zu machen, warum der Flächentarifvertrag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RRG so wichtig ist. Verhandlungsführer Christof Büttner (ver.di): „Wer wissen will, was ein fairer Preis  für ein Auto  ist, der schaut in die Schwacke-Liste. Und wer wissen möchte, was ein faires Gehalt und faire Arbeitsbedingungen sind, der schaut in den Flächentarifvertrag.“

Auch für die Arbeitgeber wäre die Rückkehr zu den Flächentarifverträgen von Vorteil. Tarifverhandlungen gehören nicht in einen Betrieb, sondern sollten auf Bundesebene zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern geführt werden. Auch da wird die wirtschaftliche Lage der Branche berücksichtigt. Tarifauseinandersetzungen auf Firmenebene binden teure Arbeitskraft. Vor allem, wenn, wie von der Arbeitgeberseite vorgeschlagen, nicht nur die Tarifgruppen, sondern auch die jährlichen Tariferhöhungen lokal zwischen Geschäftsführung und Gewerkschaften ausgehandelt werden sollen.

In der sechsten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeberseite und die Gewerkschaften erstmals über die Forderungen, die über die Anerkennung der Tarifverträge hinausgehen, gesprochen: Konkret ging es um die Eingruppierung der Sekretärinnen, Altersteilzeitangebote, die Pkw-Pauschale, Frei-Abos und den Anspruch auf Fortbildung. Dabei hat die Arbeitgeberseite grundsätzlich Gesprächsbereitschaft erkennen lassen.

Die Tarifparteien vereinbarten einen neuen Verhandlungstermin für Mittwoch,
10. Januar 2018.

Drei Tage Streik liegen hinter uns

„Wir sind sehr zufrieden damit, dass sich so viele Kolleginnen und Kollegen an dem dreitätigen Warnstreik beteiligt haben. Das ist ein machtvolles Signal an den Arbeitgeber, das er nicht ignorieren kann“, sagt DJV-Landesgeschäftsführer Volkmar Kah. Lediglich etwa ein Viertel der knapp 100 Beschäftigten habe gearbeitet. „Mit der spontanen Demonstration am ersten Warnstreiktag durch Siegburg haben die Beschäftigten sehr deutlich gemacht, dass sie einen Tarifvertrag wollen“, so Kah weiter.

Am 24. November gehen die Verhandlungen in die sechste Runde. Die Gewerkschaften hatten schon bei der vorigen Verhandlungsrunde der Geschäftsführung den Entwurf eines Anerkennungstarifvertrages vorgelegt und ihr vorgerechnet, dass eine Tarifbindung bezahlbar ist.

Solidarität macht Mut

Kolleginnen und Kollegen anderer Medienhäuser und Gewerkschaftsgruppen unterstützen uns im Tarifkonflikt.

dju Ostwestfalen-Lippe

Lasst Euch nicht unterkriegen! Solidarische Grüße von der dju Ostwestfalen-Lippe!

Betriebsrat der Ostseezeitung und Vertrauensleute von verdi und DJV der Ostseezeitung, Rostock

 

Teilnehmer des Betriebsratsseminars „Arbeitsbedingungen in Redaktionsbetrieben – Der Betriebsrat gestaltet mit“ in Gladenbach

 

Holger Artus, Betriebsratsvorsitzender der Hamburger Mopo

 

Klaus Schrage, Betriebsratsvorsitzender Verlag Nürnberger Presse
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
als neu gewählter Vorsitzender der dju-Tarifkommission sende ich Euch meine besten Wünsche für Euren Arbeitskampf. Ich möchte Euch ermutigen, Euch vor allem aber auch danken. Euer Einsatz für die Tarifverträge macht auch anderen Belegschaften Mut, die sich mit dem Spardiktat von Verlagsmanagern konfrontiert sehen. Und weil Ihr Erfolg haben werdet, gebt Ihr auch unserer Tarifkommission Rückenwind für die bald beginnenden Verhandlungen mit dem Verlegerverband. Ihr schafft das!

 

Manfred Kloiber, Vorsitzender ver.di Senderverband Deutschlandradio Köln, Bundesvorsitzender ver.di Fachgruppe Medien
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
für Eure Forderung nach tarifierten Verhältnissen in der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft drücke ich Euch ganz fest die Daumen. Als Journalistinnen und Journalisten leistet Ihr wichtige Arbeit für die Demokratie und für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Egal, ob privatwirtschaftliches Medienunternehmen oder öffentlich-rechtlicher Sender: Guter Journalismus braucht Bedingungen, die mutige Entscheidungen, kritischen Geist und unabhängiges Handeln ermöglichen und nicht behindern. Deshalb sind Eure Forderungen mehr als richtig – sie sind unabdingbar.

 

Streikbereitschaft stabil

In der Siegburger Fußgängerzone.

Die Redakteurinnen und Redakteure sowie die Redaktionssekretärinnen der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) sind am Dienstag, 14. November 2017, in einen dreitägigen Warnstreik getreten. Die Beschäftigten fordern einen Anerkennungstarifvertrag.
Trotz Drohungen des Arbeitgebers bei kurzfristig anberaumten Redaktionsbesuchen folgten 44 Beschäftigte dem Streikaufruf. Lediglich 24 blieben am ersten Streiktag in den Redaktionen, während die Übrigen durch Krankheit oder Urlaub verhindert waren. Insgesamt sind 94 Beschäftigte der RRG bis Freitag, 6 Uhr, zum Streik aufgerufen.
Die zentrale Streikversammlung begann am Mittag in der Aula des Stadtmuseums in Siegburg mit einer spontanen Demonstration der Streikenden über den Marktplatz. Die Reaktionen der Passanten waren durchweg positiv. „Die Belegschaft will definitiv einen Tarifvertrag – das wird durch diesen dritten erfolgreichen Warnstreik wieder deutlich“, sagte Christian Weihe, Justiziar des DJV Landesverbands NRW. „Wir haben sehr intensiv das weitere Vorgehen diskutiert“, erklärte Christof Büttner, ver.di Gewerkschaftssekretär. „Die Streikbereitschaft unter den Beschäftigten ist nach wie vor stabil“, so Stephan Otten, ver.di Gewerkschaftssekretär.
Die Redakteurinnen und Redakteure sind weiterhin in hohem Maße bereit, sich dafür einzusetzen, dass vor allem auch die jüngeren Kollegen für ihre Leistung angemessen bezahlt werden. Dies ist nach ihrer Auffassung derzeit nicht der Fall.

In der Aula des Siegburger Stadtmuseums.

Die Gewerkschaften sind zuversichtlich, dass der dreitägige Streik Bewegung in die Tarifverhandlungen bringen wird, die am 24. November in einer sechsten Runde weitergehen. Sie hatten bereits bei der vorigen Verhandlungsrunde der Geschäftsführung den Entwurf eines Anerkennungstarifvertrages vorgelegt und ihr vorgerechnet, dass eine Tarifbindung bezahlbar ist.

 

Dreitägiger Warnstreik

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RRG sind zu einem dreitägigen Warnstreik aufgerufen. Durch die Arbeitsniederlegung am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag dieser Woche soll die Forderung nach einem Anerkennungstarifvertrag bekräftigt werden. Die Beschäftigten treffen sich in der Aula des Stadtmuseums in Siegburg.

Hut ab!

Zur Tarifauseinandersetzung und dem zweiten Warnstreik am Freitag, 20. Oktober

Holger Artus, Betriebsratsvorsitzender der Morgenpost GmbH, Hamburg

Ihr seid eine mutige Belegschaft.  Hut ab!

 

Christoph Hohlfeld, Betriebsratsmitglied der Ostsee-Zeitung GmbH & Co. KG

Klasse Aktion! Viel Erfolg und solidarische Grüße aus Rostock an die Kölner Kolleginnen und Kollegen!

 

Heidrun Abel, ehrenamtliche Vorsitzende des ver.di-Bezirks Köln
Daniel Kolle, Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Köln

Der ver.di Bezirk Köln und sein gesamtes Team stehen in Eurem mehr als berechtigtem Arbeitskampf geschlossen hinter Euch. Ihr könnt unserer Solidarität sicher sein und darauf vertrauen, dass wir das uns Mögliche tun werden, um Euch zu unterstützen.
Eure Forderungen nach Tarifbindungen, fairer und gerechter Bezahlung und einer Beendigung von Ungleichbehandlungen im Betrieb sind richtig und ganz sicher Beispiel für viele andere Kolleginnen und Kollegen. Mehrere Verhandlungsrunden haben noch nicht zum gewünschten Erfolg geführt. Nun gilt es mit einem Warnstreik ein deutliches Signal in Richtung eures Arbeitsgebers zu senden. Ihr habt den Mut, ein solches Signal zu setzen. Das ist gut so. Wir wünschen Euch dafür viel Kraft.

 

Matthias von Fintel, ver.di-Bundesverwaltung (Fachbereich Medien, Kunst und Industrie)

Viel Erfolg für die Tarifverhandlung wünsche ich den Kolleginnen und Kollegen in Köln.

https://dju.verdi.de/ueber-uns/nachrichten/++co++d80f7278-b57f-11e7-bc28-52540066e5a9

 

Matthias W. Birkwald, Bundestagsabgeordneter der Linken aus Köln

Mit Nachdruck unterstütze ich die Forderung der Beschäftigten der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft  nach einem Firmentarifvertrag.
Dass endlich auch in den Außenredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau die gültigen Flächentarifverträge anerkannt werden, ist ein Gebot der Gerechtigkeit. Gerade in der Medienstadt Köln brauchen wir mehr tariflichen Schutz von Einkommen und Arbeitsbedingungen statt Tarifflucht und Lohndumping.
Den Warnstreik sehe ich als wichtigen Beitrag zur Stärkung von guter Arbeit und guten Löhnen in der Kölner Medienwirtschaft und wünsche den Beschäftigten viel Erfolg.

 

 

Gewerkschaften legen vor

Fünfte Verhandlungsrunde – Arbeitnehmer rechnen vor: Rückkehr zum Tarif ist bezahlbar

Mitglieder der RRG-Verhandlungskommission informieren über den Stand der Verhandlungen.

Bei den Verhandlungen über einen Haustarif für die Beschäftigten der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) haben die Gewerkschaften ver.di und DJV am Freitag, 20. Oktober, der Geschäftsführung den Entwurf eines Anerkennungstarifvertrages vorgelegt, Zudem legten sie Zahlen vor, die belegen, dass eine Tarifbindung bezahlbar ist. Die Tarifvertragsparteien trafen sich im DGB-Haus am Hans-Böckler-Platz in Köln. Begleitet wurde die Verhandlung durch eine machtvolle Demonstration der Belegschaft.

Der Entwurf der Gewerkschaften sieht die Anerkennung der geltenden Flächentarifverträge für Redakteurinnen und Redakteure sowie für Sekretärinnen und Sekretäre vor. In der tariflosen RRG gelten nur noch für 70 Prozent der Beschäftigten die Bedingungen der Tarifverträge. Der Rest der Belegschaft wird zu deutlich schlechteren Konditionen beschäftigt.

DGB-Haus, Köln.

Zur Untermauerung ihrer Forderungen legten die Gewerkschaften der Arbeitgeberseite Zahlen vor, die belegen, dass eine Tarifbindung für alle Beschäftigten – angesichts des anstehenden Generationswechsels – langfristig nicht dazu führen wird, dass die Personalkosten steigen.

Zu Beginn der Verhandlungen hatte die Arbeitgeberseite ein Eckpunktepapier vorgelegt. Dieses Angebot stellt aus Sicht der Gewerkschaften keine Grundlage zur weiteren Verhandlung dar. Die Zugeständnisse der Arbeitgeberseite bleiben weit hinter den Forderungen der Belegschaft zurück.

Begleitet wurden die Verhandlungen von einem eintägigen Warnstreik. Von den 95 zum Streik aufgerufenen Kolleginnen und Kollegen arbeiteten nur 16 in den Redaktionen.

Vor dem DGB-Haus.

Ein nächster Verhandlungstermin wird für den 24. November angestrebt.