Chronologie

04.05.2016 Die Tarifinitiative der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft beginnt. Die Beschäftigten erhalten einen Brief, in dem jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter eingeladen wird, mitzutun in der gemeinsamen Tarifbewegung.  „Wir brauchen alle“, heißt es in dem Schreiben, das zu einem ersten Treffen in das Brauhaus Kölscher Boor einlädt.

30.05.2016 Auf Einladung der Gewerkschaften ver.di und DJV findet im Brauhaus Kölscher Boor in Köln eine Versammlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RRG statt. Die Versammlung beschließt nahezu einstimmig, dass Verhandlungen über einen Haustarifvertrag bzw. Anerkennungstarifvertrag aufgenommen werden sollen.

18.07.2016 Die Gewerkschaften ver.di und DJV haben ihre Mitglieder unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu getrennten Versammlungen eingeladen. Die Versammlungen beschließen die Bildung einer Tarifkommission. In die Tarifkommission werden 18 Mitglieder gewählt.

07.09.2016 1. Sitzung der Tarifkommission – Die TK wählt eine achtköpfige Verhandlungskommission. Der VK gehören je zwei hauptamtliche Gewerkschafter von ver.di und DJV und je zwei Mitglieder von ver.di und DJV an.

28.09.2016 2. Sitzung der Tarifkommission – Die TK berät über die Forderungen an die Arbeitgeberseite.

02.11.2016 3. Sitzung der Tarifkommission – Die TK berät über die interne Organisation, die Forderungen an die Arbeitgeberseite und die eigene Strategie.

09.11.2016 4. Sitzung der Tarifkommission – Die TK diskutiert die Entwürfe der Briefe, mit denen ver.di und DJV die Arbeitgeberseite zur Aufnahme von Tarifverhandlungen auffordern werden.

18.11.2016 Die Gewerkschaften ver.di und DJV fordern die RRG-Geschäftsführung schriftlich zur Aufnahme von Tarifverhandlungen auf.

05.12.2016 Die RRG-Geschäftsführung antwortet schriftlich und erklärt sich einverstanden zu einem Treffen.

14.12.2016 5. Sitzung der Tarifkommission – Die TK diskutiert den Stand des Projektes und berät über die weitere Strategie.

25.01.2017 6. Sitzung der Tarifkommission – Die TK bereitet die erste Tarifrunde vor.

08.02.2017 1. Tarifrunde, DJV-Landesgeschäftsstelle, Düsseldorf – Das Gespräch dreht sich im Wesentlichen um wirtschaftliche Rahmenbedingungen aus Sicht der Arbeitgeber.

In der DJV-Landesgeschäftsstelle in  Düsseldorf

07.04.2017 2. Tarifrunde, Heinen-Verlag, Köln – Die Arbeitgeberseite legt als vertraulich bezeichnete Zahlen vor. Diese Zahlen beziehen sich auf die Entwicklung des Kölner Zeitungsmarktes der vergangenen zehn Jahre.

27.04.2017 7. Sitzung der Tarifkommission – Die TK diskutiert den Stand des Projektes und berät das weitere Vorgehen.

04.05.2017 3. Tarifrunde, DJV-Landesgeschäftsstelle, Düsseldorf – Die VK macht deutlich, dass sie grundsätzlich andere Schlüsse aus den in der zweiten Tarifrunde erörterten Zahlen zieht als die Arbeitgeberseite. Die Arbeitgeberseite legt ein sogenanntes Maßnahmenangebot vor.

09.05.2017 8. Sitzung der Tarifkommission – Die TK diskutiert das von der Arbeitgeberseite vorgelegte „Maßnahmenangebot“.

16.05.2017 RRG-Belegschaftsversammlung – Mitglieder der Verhandlungskommission informieren über den Stand der Tarifverhandlungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diskutieren das „Maßnahmenangebot“. Eine deutliche Mehrheit spricht sich dafür aus, an den bisherigen Tarifforderungen festzuhalten.

25.07.2017 9. Sitzung der Tarifkommission – Die TK bereitet die vierte Tarifrunde vor.

02.08.2017 10. Sitzung der Tarifkommission – Die TK berät, mit welchen Aktionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die vierte Tarifrunde begleiten können.

14.08.2017 1. Streiktag – Die Beschäftigten der RRG sind zum eintägigen Warnstreik aufgerufen. Der Warnstreik ist ein voller Erfolg. Zur Streikversammmlung in Bergisch Gladbach kommen 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. An ihren Arbeitsplätzen in den Redaktionen verbleiben kaum mehr als 20 Kolleginnen und Kollegen.

Vor dem Rathaus in Bergisch Gladbach

15.08.2017 4. Tarifrunde, Bayer-Erholungshaus, Leverkusen – Die Verhandlungskommission von ver.di und DJV erklärt, dass das von der Arbeitgeberseite in der dritten Tarifrunde im Mai angebotene „Maßnahmenangebot“ keine Grundlage für Verhandlungen über einen Tarifvertrag sein kann. Die Arbeitgeberseite kündigt schließlich an, auf der Basis bestehender Flächentarifverträge ein konkreteres Angebot zu machen.  Dabei will die Arbeitgeberseite die von ihr stets betonte Wirtschaftlichkeit berücksichtigen.

25.08.2017  Unser außerordentlich erfolgreicher erster Warnstreik zeigt auch Wirkung im fernen Berlin. Dort versuchen die Gewerkschaften schon länger, einen Anerkennungstarifvertrag für die DuMont-Firmen „Newsroom GmbH“, „Berlin 24 Digital GmbH“ sowie für die Berliner „DuMont Redaktionsgemeinschaft GmbH“ zu verhandeln. Nun haben ver.di und JVBB/DJV der Berliner DuMont-Geschäftsleitung mitgeteilt, dass sie zunächst den Verlauf der Tarifauseinandersetzung in Köln abwarten und deshalb vorerst keine weiteren Verhandlungstermine vereinbaren werden. „Die Beschäftigen der Unternehmensteile und Standorte sollten sich nicht gegeneinander ausspielen lassen“, heißt es in einer gemeinsamen Tarifinfo  der Gewerkschaften in Berlin.

06.09.2017 11. Sitzung der Tarifkommission – Die TK diskutiert das weitere Vorgehen.

10.10.2017 12. Sitzung der Tarifkommission – Die TK diskutiert das weitere Vorgehen.

20.10.2017 5. Tarifrunde, DGB-Haus, Köln / 2. Streiktag – Die Beschäftigten der RRG sind zum Warnstreik aufgerufen. In den Redaktionen bleiben an diesem Tag annähernd acht von zehn Arbeitsplätzen unbesetzt.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RRG bei der Kundgebung vor dem DGB-Haus in Köln.

Zur zentralen Streikkundgebung treffen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im DGB-Haus, wo die fünfte Verhandlungsrunde zwischen RRG-Tarifkommission und Arbeitgeberseite stattfindet.
Die Gewerkschaften legen den Entwurf eines Anerkennungstarifvertrages vor. Außerdem rechnen sie der Arbeitgeberseite konkret vor, dass eine Tarifbindung für alle Beschäftigten – angesichts des anstehenden Generationswechsels – langfristig nicht zu steigenden Personalkosten führt. Zu Beginn der Verhandlungen hatte die Arbeitgeberseite ein Eckpunktepapier vorgelegt. Dieses Angebot stellt aus Sicht der Gewerkschaften keine Grundlage für weitere Verhandlung dar.

09.11.2017 13. Sitzung der Tarifkommission – Die TK bespricht das weitere Vorgehen.

14.11.2017 3. Streiktag – Die Gewerkschaften DJV und Verdi haben die Beschäftigten der RRG zu einem dreitägigen Warnstreik aufgerufen. Zur zentralen Versammlung treffen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Aula des Stadtmuseums in Siegburg.

15.11.2017 4. Streiktag – Kolleginnen und Kollegen treffen sich zu dezentralen Gesprächen.

16.11.2017 5. Streiktag – Die Beteiligung an dem dreitägigen Ausstand ist sehr gut. Von den rund 100 Beschäftigten der RRG ist lediglich etwa ein Viertel am Arbeitsplatz.

24.11.2017 6. Tarifrunde, Bayer-Erholungshaus, Leverkusen – Zu Beginn der Verhandlung geht es auf Wunsch der Arbeitgeberseite einmal mehr um das Thema „Wirtschaftlichkeit“. Die Arbeitgeberseite bestätigt die Berechnungen der Tarifkommission, wonach auch bei Anerkennung der Flächentarifverträge die Personalkosten der RRG in den nächsten zehn Jahren sinken.  Die Arbeitgeberseite ist aber der Meinung, diese Einsparungen reichten nicht aus. Daraufhin erläutert die Tarifkommission der Arbeitgeberseite, warum Flächentarifverträge auch für Arbeitgeber von Vorteil sind. Im Laufe der Verhandlung sprechen Tarifkommission und Arbeitgeberseite erstmals über die Forderungen, die über die Anerkennung der Tarifverträge hinausgehen. Erörtert werden die tarifliche Eingruppierung der Sekretärinnen und Sekretäre, die Gewährung einer Pkw-Pauschale für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren privaten Pkw dienstlich einsetzen, eine moderne Altersteilzeitvereinbarung, KStA- und KR-Abos, für die ausschließlich der Botenlohn zu zahlen ist, und das Recht auf Fortbildung für die RRG-Beschäftigten.
Die Tarifkommission und die Arbeitgeberseite verständigen sich auf einen weiteren Verhandlungstermin am 10. Januar 2018.

29.11.2017 14. Sitzung der Tarifkommission – Mitglieder der Verhandlungskommission berichten über den Verlauf der 6. Tarifrunde. Dann berät die TK das weitere Vorgehen.

02.01.2018 6. Streiktag – Das Jahr beginnt mit einem Streik. Die Gewerkschaften DJV und Verdi haben dazu aufgerufen, von Dienstag, 2. Januar, bis Montagmorgen, 8. Januar, um 6 Uhr die Arbeit niederzulegen. Die Mitarbeiterinnen und MItarbeiter treffen sich zur zentralen Streikkundgebung in Euskirchen. Im „Alten Casino“ feiert das RRG-Streiklied Premiere.

In der Euskirchener Innenstadt.

03.01.2018 7. Streiktag – Die Beschäftigten kommen ins Streiklokal Alte Feuerwache nach Köln.

04.01.2018 8. Streiktag – Das Treffen im Streiklokal ist beliebt, wohl auch wegen des Frühstücksangebots in der Alten Feuerwache.

05.01.2018 9. Streiktag – Das Interesse, im Streiklokal miteinander ins Gespräch zu kommen, ist ungebrochen.

06.01.2018 10. Streiktag – Samstag

07.01.2018 11. Streiktag – Sonntag

10.01.2017 7. Tarifrunde, Luther-Kirche, Köln – Die Gewerkschaften legen ein Kompromissangebot vor. Das Angebot sieht vor, die Manteltarifverträge zum 1. Juli 2018 und die Gehaltstarifverträge erst zum 1. Januar 2019 in Kraft treten zu lassen. Die Arbeitgeberseite lehnt ab. Die Arbeitgeberseite erklärt, man wolle die Flächentarifverträge nicht eins zu eins anerkennen. Für Redakteure und Redakteurinnen ohne Regelqualifikation verbessert die Arbeitgeberseite dann ihren Vorschlag vom Oktober 2017, hält aber gleichzeitig an allen  anderen im Oktober formulierten Verschlechterungen der Tarifverträge fest. Die RRG-Verhandlungskommission weist den Vorschlag als gänzlich unzureichend zurück.

16.01.2018 15. Sitzung der Tarifkommission – Das Gremium diskutiert das weitere Vorgehen.

02.02.2018 8. Tarifrunde, Bayer-Erholungshaus, Leverkusen – Die Gewerkschaften erläutern erneut ihr Angebot vom 10. Januar. Die Arbeitgeberseite lehnt den Vorschlag als unzureichend ab.

05.02.2018 Urabstimmung / 12. Streiktag – Die Gewerkschaftsmitglieder unter den rund 100 RRG-Beschäftigten sind zur Urabstimmung aufgerufen. Das Interesse ist sehr groß. Bereits zu Beginn der Abstimmung bilden sich Schlangen an den Stimmzettelausgaben. In beiden Gewerkschaften sind die Abstimmungsergebnisse deutlich. Die Mitglieder von ver.di und DJV halten an den Forderungen der Tarifkommission fest und sind bereit, auch künftig zur Bekräftigung ihrer Haltung die Arbeit niederzulegen.

06.02.2018 9. Tarifrunde, Ver.di-Haus, Köln – Die in den vergangenen zwei Tarifrunden begonnenen Acht-Augen-Gespräche werden fortgeführt. Doch die Hoffnung der Arbeitnehmervertreter, in kleiner Runde könne ein Durchbruch hin zu einer Lösung des Konflikts möglich sein, erfüllt sich nicht. Die Arbeitgeberseite erklärt, sie benötige weitere Zeit zur internen Abstimmung.

13.02.2018 10. Tarifrunde, Köln, Ver.di-Haus, Köln – Die Gewerkschaften schlagen vor, die Landesschlichterin für Nordrhein-Westfalen einzuschalten. Denn die vergangenen Verhandlungsrunden und der Versuch, in kleiner Runde voranzukommen, haben nach Auffassung der Gewerkschaften die Tarifparteien nicht näher zusammengebracht. DJV und ver.di legten darüber hinaus ihren zweiten Kompromissvorschlag offiziell vor. Danach sollen die Flächentarifverträge ohne Abstriche für alle Sekretärinnen und Sekretäre angewendet werden. Für Redakteurinnen und Redakteure, die derzeit in der RRG beschäftigt sind, sollen MTV und GTV uneingeschränkt gelten. Für Redakteurinnen und Redakteure, die künftig eingestellt werden, sollen der MTV mit Ausnahme der Regelungen zum Urlaubs- und Weihnachtsgeld (insgesamt nur noch 13,2 statt 13,5 Gehälter) und der GTV unter Verzicht auf die Gehaltsstufe ab dem 15. Berufsjahr anerkannt werden.