Unterstützung von der SPD im Kreis Euskirchen

In Euskirchen fand am Dienstag unsere Streikversammlung mit anschließender Demonstration in der Innenstadt statt. Auch von dort gibt es Unterstützung für unsere Tarifbewegung. Die SPD im Kreis Euskirchen kommentiert einen unserer Facebook-Posts wie folgt:

„Uns mag nicht immer jeder Bericht gefallen, doch der Lokal-Journalismus ist unverzichtbar für die Kommunalpolitik und damit für die Demokratie vor Ort. Deshalb braucht es auch in der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft vernünftige Arbeitsbedingungen mit ordentlichen Tarifverträgen. Solidarität mit unseren Lokaljournalisten und allen Beschäftigten!“

RRG-Streiklied

Im Streiklokal  in Euskirchen wurde heute dieser selbstgeschriebene Protestsong vorgetragen. Die klare Botschaft ist: Wir wollen einen Tarifvertrag, der angebunden ist an die Flächentarifverträge.

Grüße vom WDR-Senderverband in ver.di

Gerade in Zeiten, in denen von interessierter Seite immer wieder versucht wird, die Beschäftigten von privatwirtschaftlich organisierten Medienunternehmen und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegeneinander auszuspielen, freuen wir uns besonders über die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen vom WDR-Senderverband. Sie schreiben uns: „ Liebe ZeitungsmacherInnen Köln, wir vom Senderverband WDR wünschen euch viel Erfolg! Wir finden es gut, dass ihr euch so entschlossen einsetzt. Tarifflucht, wie sie von der RRG betrieben wird, ist nicht hinnehmbar!“

RRG-Beschäftigte legen die Arbeit nieder

Die Redakteurinnen und Redakteure sowie Redaktionssekretärinnen und -sekretäre der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft streiken. Der Streik hat heute um 6 Uhr begonnen und wird bis Montag, 8. Januar, 6 Uhr, andauern. Mit der Arbeitsniederlegung bekräftigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Forderungen nach einem Haustarifvertrag, der dem Flächentarifvertrag entspricht. Die Gewerkschaften DJV-NRW und ver.di hatten gemeinsam am Freitag zu dem dritten Warnstreik in der Auseinandersetzung um einen Haustarif aufgerufen.

„Seit fast einem Jahr verschließt sich der Arbeitgeber in den Verhandlungen allen unseren guten Argumenten. Jetzt wird er eine ganze Streikwoche lang erleben müssen, wie ernst es den Kolleginnen und Kollegen mit ihren berechtigten Forderungen ist,“  erklärte Volkmar Kah, Geschäftsführer des DJV Landesverbandes NRW beim Streikaufruf der Gewerkschaften am Freitag.

Die zentrale Versammlung aller Streikenden ist heute um 12 Uhr im Alten Casino, Kaplan-Kellermann-Str. 1, 53879 Euskirchen.

Die siebte Runde der Haustarifverhandlungen ist für Mittwoch, 10. Januar 2018, vereinbart.

Gewerkschaften erläutern Anerkennungstarifvertrag

Die RRG-Verhandlungskommission nach der sechsten Gesprächsrunde in Leverkusen.

Zur sechsten Verhandlungsrunde in der Tarifauseinandersetzung der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG) hat sich heute die Verhandlungskommission der Gewerkschaften ver.di und DJV NRW mit der Arbeitgeberseite im „Erholungshaus“ in Leverkusen getroffen. Gesprächsinhalt war der von den Gewerkschaften vorgelegte Entwurf eines Anerkennungstarifvertrags.

Zu Beginn der Gespräche wiederholte die RRG-Geschäftsführung ihre in den vergangenen fünf Verhandlungsrunden sowie bei mehreren Betriebsversammlungen und Redaktionsbesuchen ausführlich dargestellte Position, dass eine Anerkennung der für die beiden Berufsgruppen geltenden Flächentarifverträge die Mutterhäuser – DuMont-Mediengruppe und Heinen-Verlag – finanziell überfordere.

Die Gewerkschaftsvertreter verwiesen erneut auf ihre Berechnungen, wonach die Wiedereinführung der Flächentarifverträge in der RGG nicht zu steigenden Personalkosten führen werde. Vielmehr würden diese in den kommenden zehn Jahren spürbar sinken, wenn viele ältere Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand gingen und durch junge Nachwuchskräfte mit niedrigeren Tarifgehältern ersetzt würden.

Die Geschäftsführung bestätigte grundsätzlich diese Prognose der Arbeitnehmervertreter. Allerdings sei das von der DuMont Mediengruppe und dem Heinen-Verlag im März 2014 angestrebte Ziel der „Kostenersparnis von ca. 4 Millionen Euro jährlich“ noch nicht vollständig erreicht. Volkmar Kah, DJV-Landesgeschäftsführer: „Die etwa 100 Beschäftigten der kleinen RRG tragen mit ihrer engagierten Arbeit und Einsparungen von etwa drei Millionen Euro jährlich schon jetzt zum wirtschaftlichen Erfolg der Mutterhäuser überproportional bei.“

Die Gewerkschaften haben in der heutigen Verhandlung versucht, der Geschäftsführung deutlich zu machen, warum der Flächentarifvertrag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RRG so wichtig ist. Verhandlungsführer Christof Büttner (ver.di): „Wer wissen will, was ein fairer Preis  für ein Auto  ist, der schaut in die Schwacke-Liste. Und wer wissen möchte, was ein faires Gehalt und faire Arbeitsbedingungen sind, der schaut in den Flächentarifvertrag.“

Auch für die Arbeitgeber wäre die Rückkehr zu den Flächentarifverträgen von Vorteil. Tarifverhandlungen gehören nicht in einen Betrieb, sondern sollten auf Bundesebene zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern geführt werden. Auch da wird die wirtschaftliche Lage der Branche berücksichtigt. Tarifauseinandersetzungen auf Firmenebene binden teure Arbeitskraft. Vor allem, wenn, wie von der Arbeitgeberseite vorgeschlagen, nicht nur die Tarifgruppen, sondern auch die jährlichen Tariferhöhungen lokal zwischen Geschäftsführung und Gewerkschaften ausgehandelt werden sollen.

In der sechsten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeberseite und die Gewerkschaften erstmals über die Forderungen, die über die Anerkennung der Tarifverträge hinausgehen, gesprochen: Konkret ging es um die Eingruppierung der Sekretärinnen, Altersteilzeitangebote, die Pkw-Pauschale, Frei-Abos und den Anspruch auf Fortbildung. Dabei hat die Arbeitgeberseite grundsätzlich Gesprächsbereitschaft erkennen lassen.

Die Tarifparteien vereinbarten einen neuen Verhandlungstermin für Mittwoch,
10. Januar 2018.